
2027 jähren sich die ersten, für eine große Öffentlichkeit veranstalteten Aufführungen des Theremins in Deutschland zum hundertsten Mal.
In Köln (Gürzenich) und Düsseldorf (Alte Tonhalle) fanden die Konzerte im Oktober 1927 statt.
Weitere Konzerte 1927 gab es in vielen deutschen Städten u.a. Frankfurt, 2x Hamburg, München und vier Konzerte in Berlin.
Zeitungsartikel, Plakate, Konzertprogramme, Karikaturen, Gedichte zeigen dass das Theremin vor hundert Jahren in aller Munde war.
fdGO steht in der Jurisprudenz für "freiheitlich, demokratische Grundordnung".
Dieses Ordnungsprinzip wird anhand des Schachspiels in allen Facetten der Macht- und Abhängigkeitsverhältnisse sichtbar gemacht:
der Läufer (Bischof) als Adjutant der Herrschenden (König u. Königin),
der Springer als Ordnungsmacht,
der Turm als Opfer für die Eliten,
der Bauer als Seele des Spiels – zwar mit eingeschränkter Bewegungsfreiheit aber zur Verwandlung in eine mächtigere Figur fähig.
Hörbar wird dies durch die kompositorische Umsetzung der Abkürzung fdGO in die Töne f-d-g und die Solmisationssilbe "Do" (=c), sowie durch Zitate von „Machtmusiken“ (u.a. Haydn: Kaiserquartett/langsamer Satz), die sowohl zur Repräsentation der Herrscher als auch zur Kontrolle der Untertanen dienen sollten.
Dabei sind Entsprechungen zwischen beiden Ebenen vorhanden, z.B. der Bauer als Generalbass in der Musik. Das Schachspiel als traditionsreiche Kriegssimulation veranschaulicht zeitlose Grenzüberschreitungen wie Regelverstöße und Machtmissbrauch.
Die Vertonung erfolgt in 5 Sätzen:
1. f-d-g-(D)o
2. Ober sticht Unter
3. Heilig
4. Stille 8:46
5. Postludium
Gerhard Haugg | Orgel, Klavier, Cembalo, Antik-Elektronik und Performance
Vita
Gerhard Haugg studierte Kirchenmusik, Instrumentalpädagogik und Komposition in München und Bremen. Seine Tätigkeitsschwerpunkte liegen in den Bereichen Kompositionspädagogik, dem „offenen Kunstwerk“, der grafischen und plastischen Partitur sowie Antik-Elektronik. In der Zusammenarbeit mit bildenden Künstlern und Literaten entstehen spartenübergreifende Werke.
Zu seinen Veröffentlichungen zählen u.a.: das Buch „Beiträge zur Kompositionspädagogik und grafische Partituren“, die CD „Klavier Kompositionen 1967-1998“ hier auch unter seinem Künstlernamen Balthasar Mermonte. Außerdem hat er an internationalen Wettbewerben, Ausstellungen und Aufführungen teilgenommen, zuletzt im vergangenen Jahr am Festival Acht Brücken in Köln.
Ludger F. J. Schneider | Theremin, Live-Elektronik, Performance, Rauminstallation